Beiträge aus dem Vereinsleben 2022


Kitzrettung im Revier Behnsdorf

Heiner Altenbach ist Landwirt und Jäger mit viel Herz.
Heiner Altenbach ist Landwirt und Jäger mit viel Herz.

Heiner Altenbach ist ein Landwirt und Weidmann mit viel Herz. Schon seit Jahren lässt er vor der Mahd der Wiesen durch eine Drohne die Kitze suchen, die dann vor der Erntetechnik in Sicherheit gebracht werden. Thomas Heithecker bringt nicht nur seine Drohnen, sondern auch einen großen Erfahrungsschatz in der Kitzrettung mit. Beide Männer sind ein gut eingespieltes Team.

Heute war es wieder so weit. In den frühen Morgenstunden trafen wir uns in der Feldmark in der Nähe von Behnsdorf. Wir, das sind die bereits erwähnten Heiner Altenbach und Thomas Heidhecker, dazu kamen noch als Helfer Bernd Betzler, Angela Kummert und Hans-Joachim Schöpke.

Drei Wiesen mit einer Flächengröße von insgesamt 25 ha musste abgesucht werden. Vielleicht ist das nicht so sehr viel, aber jede Rettung zählt.

Die Drohne, die ein Gewicht von nur 1.8 kg hat, überflog die Flächen zunächst in einer Höhe zwischen 30 und 50 Metern. Es dauerte nicht lange bis wir den ersten verdächtigen Punkt auf dem Monitor hatten. Um festzustellen, was genau es ist, wird die Drohne auf ca. 4 Meter abgesenkt. Ist es ein Lebewesen, wird der weiße Punkt dann rot. Eine Absenkung auf einen Meter über dem Erdboden lässt sogar eine Maus deutlich erkennen. Weitere Auskunft kann dann noch die Umschaltung auf Echtbild ergeben. Der zuerst gefundene weiße Punkt auf der Wiese verfärbte sich ebenfalls rot, als die Drohne tief abgesenkt wurde. Aus etwa einem Meter Höhe sah man gut getarnt zwischen langen Grashalmen etwas, was vielleicht ein junger Hase, vielleicht aber auch ein Bodenbrüter sein konnte. 

Nachdem die Wiese komplett überflogen war, hatte Thomas Heithecker eine Ricke mit zwei Kitzen und jenen ominösen ersten Punkt auf dem Bildschirm markiert. Das unbekannte Objekt war uns am nächsten und wir steuerten es zuerst an.

Per Sprechfunkgerät wies der Drohnenpilot sein Bodenpersonal ein, auf den cm genau! Was wir dort fanden, war eine handflächengroße kahle Stelle. Wir wollten schon umdrehen, da entdeckte Heiner Altenbach aus der Hocke unter umgebogenem Gras ein Nest mit vier Jungvögeln. Es handelte sich um Feldlerchen, die so perfekt getarnt waren, dass man sie auch bei genauem Hinsehen kaum erkennen konnte. Mit einem Besenstiel und einer Pylone wurde das Gelege für den Traktorfahrer kenntlich gemacht und beim Mähen dann großflächig umfahren, um den Vögeln nicht die Deckung zu nehmen.

Über die beiden Kitze stülpten wir je einen Wäschekorb, der fest im Boden verankert wurde. Auch hier ließ der Traktorist einen Streifen stehen. Als die Wiese bis auf die Streifen mit den Kitzen abgemäht war, wurden die Kitze auf eine benachbarte Fläche getragen und dort gut getarnt wieder im Schatten abgelegt. 

Auf einer weiteren Wiese fanden wir vier Kitze, die schließlich im Schatten des benachbarten Buchenbestandes abgelegt wurden. Wir haben dort noch eine Stunde gewartet, bis endlich auch die acht Milane, die die Erntearbeiten von Anfang an aufmerksam verfolgt hatten, sich nach Abfahrt der Maschinen wieder großflächig verteilten.

Es war ein guter Tag und ein wunderbares Gefühl, etwas für die Natur getan zu haben. Die Gruppe Letzlinger Heide M/V des Deutschen Teckelklub beteiligt sich seit einigen Jahren an der Kitzrettung und hat in diesem Jahr auch dafür die Kosten übernommen. Damit möchten sich die Teckelfreunde nicht nur einbringen, sondern auch Heiner Altenbach Danke sagen, der in den letzten Jahren einigen Klubmitgliedern die Möglichkeit zur Jagdausübung gegeben hat.

 

Am Samstag den 18.06.2022 erschien ein Artikel über die Kitzrettung im Revier Behnsdorf in der Haldenslebener Volksstimme. 


Zuchtschau im Schloss in Altenhausen

Quelle: Volksstimme

Charlie macht seine Besitzer stolz - von Carina Bosse

Mehr als 30 Dackelfreunde aus ganz Deutschland kommen zur Zuchtschau auf Schloss Altenhausen

Gute Noten bei einer Zuchtschau sind für Hundebesitzer das Sahnehäubchen. Die Gruppe Letzlinger Heide des Deutsche Teckelclubs richtete eine solche Zuchtschau aus und weckte damit bundesweit Interesse.

 

Ein Mammutprogramm hatte Zuchtrichterin Heike Maiwald vor sich, als die Berlinerin auf Einladung der Gruppe Letzlinger Heide M/V des Deutschen Teckelclubs 1888 das Schloss Altenhausen ansteuerte. 

Auf dem Anmeldezettel von Schauorganisatorin Angela Kummert und ihrem Team standen mehr als 30 Dackel. Dabei muss eine Voranmeldung zur Zuchtschau gar nicht zwingend notwendig sein. Sie erleichtert nur die Vorbereitung des mit der Bewertung verbundenen Papierkrams, um den sich dieses Mal Anne Behrends kümmert. 

Als Richterin hat Heike Maiwald vielfältige Aufgaben. Sie kontrolliert die Registrierung des Hundes via Chip oder Tattoo, den Zahnstatus, den Körperbau, die Qualität des Fells und die Wirbel in der Rute von Hündin oder Rüde. Sind die beiden Wirbel darin irgendwie verwachsen, muss das Tier disqualifiziert werden und eignet sich auch nicht mehr für züchterische Zwecke. 

 

Einen solchen Hund traf es auch in Altenhausen. Dabei versicherte sein Besitzer, dass das Tier - damals nur ein paar Wochen alt - seine Rute in eine Tür eingeklemmt hatte. „Den Unfall hätten Sie gleich von einem Tierarzt attestieren müssen“, erklärt Heike Maiwald. Den Stolz seines Besitzers auf den Dackel, der sich dennoch ansprechend im Ring präsentiert, schmälert das nicht. 

 

Viele „Vorzüglich“ und  „Sehr gut“ kann die Richterin vergeben, egal, ob Rauhaar, Kurzhaar- oder Langhaar-Dackel. Einige Hunde stehen größenmäßig an der Schwelle vom Zwerg- zum Kaninchenteckel, viele sind bei der Zuchtschau aber  so jung, dass die Entscheidung noch aufgeschoben werden kann, bis die Tiere über 15 Monate alt sind. 

 

Mit viel Selbstbewusstsein, aber auch Gehorsam und guter Verbindung zum Besitzer absolvieren die vierbeinigen Lieblinge die Runden im Ring, im Park des Schlosses liebevoll eigens aufgebaut von den Mitgliedern und Helfern der Teckelgruppe. 

Gut, dass auch einige Pavillons stehen, denn sie bieten zwischendurch mal Schutz vor den Regenschauern. Große Pausen wollen die Züchter jedoch nicht einlegen, zumal viele von ihnen lange Anfahrten in Kauf genommen haben, um zur Schau zu kommen. 

Trotzdem hat Angela Kummert auch Falkner Gerhard Teuber und seine Partnerin Jana Halitaj eingeladen. Mit Uhu Bubi, einem Habicht und einem Wüstenbussard sind die beiden aus Satuelle nach Altenhausen gekommen, um ihr schönes Hobby, die Falknerei, zu präsentieren. Für die Dackel und ihre Besitzer bedeutet das auch eine hautnahe Begegnung mit den Vögeln, denen sie normalerweise in der Natur - wenn überhaupt - nur auf Abstand begegnen.

Tierarzt Hendrik Meyer ist mit  aus Oschersleben angereist. Sein mit Bestwerten benoteter Dackel weckt gleich Interesse bei einer anderen Besitzerin. Noch so ein Vorteil von Zuchtschauen: Man lernt sich untereinander kennen und trifft vielleicht den nächsten Deckpartner seines eigenen Dackels. 

 

Die beiden Geburtstagskinder des Tages aus der Gruppe Letzlinger Heide, bedenkt Angela Kummert, mit einer Tüte voller Leckerli und Kosmetika - für Hund und Besitzer. Die fünfjährige Greta präsentierte ihren Hund, der just zur Zuchtschau ein Jahr alt geworden ist. Und auch Rüde Henry von Franziska Gause feiert im Ring seinen ersten Geburtstag.

 

Heike Maiwald lässt es sich nicht nehmen, die Anwesenden darüber zu informieren, dass tags zuvor bei der Delegiertenkonferenz des Teckelclubs Angela Kummert mit der Goldenen Ehrennadel des Deutschen Teckelclubs ausgezeichnet worden ist. Ihre Gruppe zählt zu den bundesweit aktivsten. Nicht umsonst hat sich die Mitgliederzahl in gut zehn Jahren mittlerweile verfünffacht. Längst zählen nicht nur Dackelbesitzer zwischen Altmark und Börde dazu, sondern auch landkreis- und sogar länderübergreifend.


Schweißprüfung am 15. Mai in Born


Keine Wolke war am Himmel zu sehen während wir die Fährten für unsere Schweißprüfung legten. Im Kiefernwald knackte die trockene Nadelstreu bei jedem Schritt. Das Moos hatte eine graue Farbe angenommen. Seit Wochen waren die Niederschläge viel zu gering und die Vegetation im Wald fing an zu vertrocknen. 

Am Prüfungstag sah es nicht anders aus. Ich machte mir Sorgen um die Hunde und deren Zweibeiner. Am Sonntagmorgen nahm ich die Prüflinge an der B71 in Empfang und schickte sie von dort ins Prüfungsrevier. Am Sammelpunkt hatten unsere fleißigen Helfer schon die Zelte aufgebaut. Das Richter-Shuttle (ein Pickup mit Sitzgelegenheiten auf der Ladefläche) stand bereit.

 

Unsere Richter waren aus dem hohen Norden angereist, allesamt Mitglieder des Landesvorstandes Mecklenburg-Vorpommern. Unser Landesvorsitzender Udo Rummelhagen kam mit seinem Stellvertreter Christian Scharf und nicht zuletzt mit unserer Obfrau für Gebrauch Birgit Moll. So hatten wir ein sehr kompetentes und – wie sich im Laufe des Tages herausstellte – unheimlich nettes Richterteam eingeladen. Für unsere Gruppe war die Prüfung eine Gelegenheit, sich dem Landesvorstand einmal richtig vorzustellen. 

Unsere Prüfung war so wie fast immer voll besetzt, sechs Hunde sollten die SchwhK  absolvieren und zwei wollten ihr Können auf der getretenen Fährte unter Beweis stellen. Sechs Hunde waren aus der eigenen Gruppe und zwei kamen aus einem anderen Landesverband.

 

Die Einweisung der Hundeführer am Anschuss durch den Richterobmann war praxisnah, witzig und charmant. Auch so kann man den Hundeführern ein wenig den Stress nehmen, dachte ich bei mir. Und im Laufe des Tages habe ich erfahren, dass alle drei Richter sehr kompetent (das hatte niemand anders erwartet) und mit viel Augenmaß und Fingerspitzengefühl ihr Urteil über die gezeigten Arbeiten fällten. 

 

Nachdem die Startnummer 1 gleich im ersten Preis die Wundfährte absolvierte, war mir ein dicker Stein vom Herzen gefallen, denn ich wusste, dass Karjus ein sehr temperamentvoller und dominanter Rüde ist und alles andere als leicht zu führen. Aber Leo hatte ihn hervorragend eingearbeitet. Danach trat Bettina mit ihrer Devil Dame an und zeigte ebenfalls eine ansprechende Arbeit, die mit einem hohen zweiten Preis belohnt wurde. Der dritte am Start war unser Ben, der seinem Herrchen einmal zeigte, dass eine Fährtenschuhprüfung kein Geschenk ist, sondern dass man sich darauf gründlich vorbereiten muss. Leider kam das Gespann nicht zum Ziel. Mir rutschte gleich das Herz in die Hose, denn danach war Nicole an der Reihe, die meine Zeder auf Fährtenschuh führen sollte. Aber Zederchen lief wie auf Gleisen. Die Fährte arbeitete sie sehr sauber, zügig und fehlerfrei. Wahrscheinlich war der erste Kontakt mit Schwarzwildschweiß für sie ein ganz besonderer Anreiz. Am Ende war sie mit 100 Punkten Tagessieger und ich stolz wie ein Spanier.

 

Danach ging es in unsere obligatorische Kaffeepause. Carola hatte wieder an alles gedacht und uns verwöhnt. Leider konnten wir uns nicht viel Zeit lassen, denn die Sonne stand schon hoch und es wurde immer wärmer.

Nach der Pause war Göran mit seinem Pavlo an der Reihe. Selten habe ich ein gestandenes Mannsbild so aufgeregt erlebt. Als Jungjäger führte er seinen ersten Hund und für beide war es nach bestandener Schussfestigkeit die erste Prüfung. Ein guter zweiter Preis kann sich da schon sehen lassen. Anschließend absolvierte Wilko mit Cara die Prüfung, ebenfalls mit einem guten zweiten Preis. Weniger Erfolg hatten Hartmut und Rudi. Ich weiß genau, dass Rudi gute Anlagen hat, aber die Bedingungen am Prüfungstag waren nicht für ihn gemacht. Ganz zum Schluss hat Konstantin noch seine Birke geführt und auch bestanden.

 

Ein anstrengender aber trotzdem sehr schöner Tag lag hinter uns. Wir haben einander besser kennengelernt und Erfahrungen ausgetauscht. Und wenn mich jetzt jemand fragen würde, was man hätte besser machen können, fällt mir nur ein: das Wetter!

 

Angela Kummert


Wenn Gift uns das Liebste nimmt

Quelle: Dachshund März 2022

Ulme vom Wildschütz - Rattengift hat ihr Leben beendet.
Ulme vom Wildschütz - Rattengift hat ihr Leben beendet.

In dem Buch „Wolfsküsse“ der Wolfsforscherin Elli H. Radinger las ich kürzlich: „Sohn und Tochter … erweisen sich nicht selten als undankbar. Menschen, die uns lieb und teuer sind …, sind fähig, uns zu verraten …  Der einzige, vollkommen selbstlose Freund, den der Mensch in dieser selbstsüchtigen Welt besitzt, der ihn nie im Stich lässt und der sich nie als undankbar oder treulos erweist, ist sein Hund.“ – Ich weiß, dass dieses Zitat vielen Hundefreunden aus der Seele spricht. Wir können uns ein Leben ohne unsere treuen Begleiter gar nicht vorstellen. Sie sind immer gut gelaunt, wenn wir sie morgens begrüßen, sie verzeihen, wenn wir einmal zu wenig Zeit für sie haben, sie trösten uns, wenn wir traurig sind und in den meisten Fällen sind sie unsere unentbehrlichen Jagdbegleiter. Natürlich lieben wir unsere Hunde und mögen gar nicht an den Tag denken, an dem für unseren Liebling die Uhr einmal abgelaufen ist. Die Vorstellung, sie irgendwann gehen lassen zu müssen, ist schwer zu ertragen.

 

Aber was ist, wenn das Ende viel zu früh und völlig unerwartet kommt? Auch ich kenne den Schmerz, wenn einem das Liebste durch einen heimtückischen, feigen und gemeinen Giftanschlag genommen wird. Man muss zusehen, wie ein Tier qualvoll dahinsiecht solange man noch auf Heilung hofft. Selten ist die Ursache des Unwohlseins gleich erkannt. Bis die Diagnose klar ist, kann es bereits zu spät sein. Aber wer mag die Entscheidung fällen, dem Leid ein Ende zu machen, wenn er selbst noch auf Besserung hofft?!

 

Was Hundehalter in dieser Situation durchmachen kann nur verstehen, wer es selbst einmal erleben musste. Vor einigen Wochen informierte mich ein Teckelfreund aus unserer Gruppe, dass seine Langhaarteckelhündin Jippi von der Jagd einem Giftanschlag zum Opfer gefallen sei. Nach anfänglicher Appetitlosigkeit folgte heftiges Erbrechen und großer Durst. Die Hündin wurde teilnahmslos und zog sich zurück.

Am anderen Morgen suchte unser Teckelfreund die Tierklinik auf. Die Blutuntersuchung ergab auffällige Gerinnungswerte und damit die Verdachtsdiagnose Rattengift. Eilig wurde nach einem möglichen Blutspender gesucht und Vitamin K verabreicht. Unser Teckelfreund hoffte, dass seiner Hündin noch geholfen werden kann. Das Tier blieb in der Klinik, um optimal versorgt zu werden.

Bange Tage erlebten der Hundebesitzer und seine Familie. Am Abend des dritten Tages kam der Anruf, dass nun auch die Atmung betroffen sei und der Hund sicher nicht mehr gesund werden kann. Das Leiden sollte beendet werden. Für unseren Teckelfreund brach eine Welt zusammen. Als er mir einige Tage später das Erlebte schildern wollte, schnürte ihm der Schmerz noch immer den Hals zu. Ich weiß genau, wie er sich fühlte, denn vor einigen Jahren war ich in derselben Situation.

 

Immer wieder hört man von Hundehassern, die Giftköder oder Happen mit zerstückelten Rasierklingen auslegen, um Hunde zu töten. Sicher sind solche Menschen krank oder mit Nachbarn und Hunden verfeindet, aber es gibt sie nun mal. Sie ahnen gar nicht welches Leid sie auslösen. Nicht nur die arme Kreatur, die ein so furchtbares Ende hat, ist das Opfer. Auch wir als Hundehalter quälen uns erbärmlich, manch einer wird dabei selbst krank. Oder wie soll man das nennen, wenn gestandene Mannsbilder, ausgewachsene Kerle und Jäger heulen und leiden bis die Seele einen Knacks hat?!

Am Ende fragt man sich, was man hätte tun können, um das Schlimmste abzuwenden. Auch ich habe mich das damals gefragt und mein Teckelfreund ebenfalls. Heute weiß ich, dass ich immer die Schleimhäute kontrollieren muss, wenn mein Hund auffällig ist. Ich schaue mir das Zahnfleisch und die Augenlider von innen an. Ist beides rosa, muss die Ursache für das Unwohlsein an anderer Stelle gesucht werden. Sind die Schleimhäute aber sehr hell bis weiß, dann sollten alle Alarmglocken schrillen, dann wird der Tierarzt unverzüglich aufgesucht! Wenn ich nicht sicher bin, ob die Durchblutung des Zahnfleisches in Ordnung ist, dann drücke ich mit der Fingerkuppe darauf. Der dadurch entstehende weiße Fleck muss sich beim Loslassen schnell wieder mit Blut füllen, dann ist es gut.

 

Gewiss maße ich mir nicht an, Diagnosen stellen zu können. Aber als Hundehalter sollte man wissen, wie man den Ernst der Lage erkennt, wenn der Hund Symptome zeigt. Das gilt nicht nur für Vergiftungen. Und ganz wichtig ist es, Erfahrungen zu teilen, damit auch andere daraus Nutzen ziehen können.

 

Liebe Teckelfreunde, passt gut auf eure Hunde auf und bleibt auch ihr gesund.

 

Angela Kummert

 

Gruppe Letzlinger Heide M/V


Großer Erfolg in Groß Ammensleben

Für Bodenjagd braucht man einen guten Hund und starke Nerven. Das hat auch Nicole jetzt hautnah erfahren. Eine Woche nach unserem ersten Versuch sind wir noch einmal mit Yety gestartet, um ein Leistungszeichen am Naturbau zu erlangen. Seine kleine Schwester Zeder kam nur als Kontrollhund mit, denn sie hat ja schon vor einem Jahr den Fuchs gesprengt.

Schon im zweiten Bau hatte Yety Erfolg, er schliefte ein, dass es nur so krachte und ratz batz sprang der Fuchs, den er wohl aus seinem Schlaf geholt hatte. Angesichts der vielen Jäger, die den Bau umstellt hatten, schliefte er genauso schnell wieder ein, wie er gesprungen war, ohne an Yety zu denken, der ihn unten in Empfang nahm und postwendend wieder herauswarf. Dann ging es in wilder Flucht durch die Brache und weg waren Fuchs und Hund. Yetys Besitzerin rutschte das Herz in die Hose. Wo steckt er nur, schlieft er womöglich hinter dem Fuchs in den nächsten Bau ein? Wo ist der nächste Bau? Kommt Yety heute noch zurück? Ja, er kam, nachdem er noch eben eine Hasenspur gearbeitet hatte war der brave Hund schon nach einer halben Stunde wieder da. 

Und weiter ging die Reise durchs Revier. Im nächsten Bau schien ein Fuchs zu stecken. Yety, der ja nun sein Leistungszeichen schon verdient hatte, arbeitete noch einmal sehr passioniert. Aber bei seinem längeren Ausflug durchs Revier hatte er seine Kräfte nicht geschont, was ihm nun wieder auf die Pfötchen fiel. Also musste seine kleine Schwester Zeder ihn ablösen, denn er hatte zwar eine kurze Auseinandersetzung mit dem Stänker unter der Erde, aber die Kraft, um diesen herauszuwerfen, hatte er nicht mehr. 

Zeder schliefte eifrig ein und kurz darauf gab es Rabatz in der unteren Etage. Nach wenigen Minuten kam das Raubwild aus dem Bau, gefolgt von Zeder. Aber ein Fuchs war das nicht! Kaum zu glauben, Zeder hatte einen Marderhund gesprengt. Der zweite Bewohner der 28 Meter langen Luxusbehausung, die man leider gar nicht graben konnte, dachte nicht daran, die sicheren Betonröhren zu verlassen. So ging die Arbeit über zwei Stunden weiter, mal lauter, mal schlechter zu hören. Nur der Bausender ließ uns ahnen, was unter der Erde ablief. Da Zeder das Raubwild unablässig Richtung Ausfahrt drückte, ging der Marderhund zum Gegenangriff über, sobald er das Tageslicht erblicken konnte. Einige Augenblicke klagte der Hund fürchterlich, aber Zugriff war nicht möglich. Das ist die Situation, die man keinem Hundeführer wünscht. Die Nerven lagen blank. Rettung ausgeschlossen, der Hund ist auf sich allein gestellt. Aber dann, dann steckte eine dicke alte Fähe doch den Kopf aus der Röhre und kam zur Strecke.

Zwei wunderbare Hunde, zwei hochverdiente Leistungszeichen, alles ist gut.

 

Auch mir hat es Spaß gemacht und ich bin gern wieder dabei.

Christian Heider aus der Gruppe Letzlinger Heide M/V

 


Bodenjagd in Druxberge

Ein guter Jagdtag geht zu Ende.
Ein guter Jagdtag geht zu Ende.

Nichts ist spannender als die Jagd unter der Erde auf Fuchs, Dachs und anderes Raubwild. Unsere Teckel wurden eigens für diese Jagdart gezüchtet. Früher galt es, die Fuchspopulation unter Kontrolle zu halten, um der Ausbreitung der Tollwut entgegenzuwirken. Heute liegt der Schwerpunkt auf dem Schutz des Niederwildes, in der Magdeburger Börde hauptsächlich der Hasen. 

Unsere Hunde werden ohne direkten Raubwildkontakt im Kunstbau eingearbeitet. Der Ernst des Lebens beginnt dann aber im Naturbau. Ich kenne das Gefühl der Hundeführer, die große Angst um die Gesundheit ihrer Hunde haben, ich selbst habe viele Hunde auf Fuchs und Dachs geführt. Die Erfahrung der Jahre lehrte mich, niemals einen Mutterbau anzufassen. Nicht nur aus Sorge um meinen Hund, nein, auch das Raubwild hat seine Daseinsberechtigung und muss irgendwo einen Platz haben, wo es nicht gestört wird. Die Baue, an denen wir arbeiten, sind überschaubare, nicht zu alte Naturbaue oder künstlich angelegte Baue in der Feldmark.

 

Im Winter ist die richtige Zeit, um den Fuchs zu jagen. Deshalb hat sich eine kleine Gruppe Teckelfreunde im Januar zur Bodenjagd in Druxberge verabredet. Drei Hundeführer, ein weiteres Mitglied aus unserem Verein, zwei Richter und der Revierinhaber, das waren genug Teilnehmer für eine Bodenjagd. Die Hunde hatten im letzten Herbst die Prüfung in der Schliefenanlage bestanden und sollten nun zeigen, ob sie im Jagdbetrieb erfolgreich eingesetzt werden können. Voraussetzung ist natürlich immer, dass auch ein Fuchs zu Hause ist. 

Wir hatten uns einen sehr ungemütlichen Tag ausgesucht. Der Sturm tobte orkanartig über den Bördeacker. Eigentlich war zu erwarten, dass bei diesem Wetter die meisten Füchse im Bau stecken würden, aber wir wurden eines Besseren belehrt. Erst am Nachmittag hatten wir Erfolg. Von unseren drei Hunden konnten zwei am Fuchs arbeiten und beide haben ihre Sache sehr gut gemacht. Unter dem Strich hatten wir zwei Naturleistungszeichen und eine Hand voll Füchse, die selbstverständlich einer Verwertung zugeführt werden. 

 

Und was ich am Ende immer besonders wichtig finde, kein Raubwild blieb verletzt zurück. Für unsere Hunde und in Bezug auf den Hasenbestand war es ein erfolgreicher Tag. 

 

Angela Kummert